Küchen- und Gartenabfall wird in wertvolle Erde verwandelt zur Anpflanzung von Topf- oder Kübelpflanzen im Frühjahr und zum Aufbringen auf das Gemüse- oder Kräuterbeet. Zum Thema Kompostieren werden immer wieder Fragen gestellt, die hier beantwortet werden sollen.
Rohstoff aus der Küche

Bild zeigt einen Komposter aus Holz, umgeben von Gartensträuchern und Hecken
Jeden Tag fallen im täglichen Küchenbetrieb von kleinen und großen Familen eine stattliche Menge Abfälle an. Viele Materialien werden durch Recycling mittlerweile wieder in den Kreislauf der Produktion von neuen Verpackungen eingebracht. Ein anderer Rohstoff kommt direkt aus der Küche: Die Abfälle beim Putzen von Obst und Gemüse. Diese Reste können kompostiert werden, damit daraus Erde werden kann.
Kaum geruchsbelästigend und gut getarnt
Bei richtiger Anwendung verursacht die Kompostierung mit dem Komposter wenig oder keine Geruchsbelästigung. Dabei spielt auch die Lage des Komposters eine Rolle und die Erkenntnis, woher der Wind meist weht. Am richtigen Platz im Garten aufgestellt, ist der Komposter gut erreichbar und im Idealfall nicht oder kaum sichtbar. Entsprechende Sichbarrieren aus Strauchhecken oder Holzkonstruktionen helfen dabei.
Was kommt alles auf den Kompost?
Auf den Komposthaufen kann man alles werfen, was ungekocht und aus organischen Pflanzenabfällen besteht. Nehmen wir einen ganz normalen Alltag: Morgens werden Äpfel geschält, es bleiben die Gehäuse übrig, mittags werden Gurken und Kartoffeln geschält. Alle diese Schalen kommen auf den Kompost. Am Abend werden Tomatenreste dazu gegeben und vom kleinen Vesper am Nachmittag sind noch Bananeneschalen im Sammelbehälter der Küche. Das alles landet auf dem Kompost. Manchmal werden auch ungegessene und bereits gekochte Kartoffelnreste auf den Haufen gegeben. Das sollte aber die Ausnahme sein. Man kann auch darüber streiten, on das Restwasser von Würstchengläsern, Einleggurken oder anderen Konserven auf den Kompost gehört. Jede Charge wird verteilt aufgebracht oder gestreut, über die Fläche verteilt. Nicht nur aus der Küche kommen die kompostierbaren Bestandteile, sondern auch aus dem Garten: Hier fällt im Frühjahr und Sommer regelmäßig gemähter Rasen mit samt Blümchen und Unkräutern an. Auch Baum- und Heckenblätter im Herbst, die ansonsten auf dem Rasen vrrotten würden und verdorrtes Gestrüpp, Gräser und verwelkte Blumen freuen sich auf ihre letzte Ruhe auf dem Kompost.
(Achtung: Blumen aus dem Supermarkt können belastet sein mit diversen Schadstoffen, dann kommen die verwelkten Blüher besser in den Hausmüll). Gelegentlich sieht man im Hinterhof eines ländlichen Gasthofs auch Komposthaufen. Da werden allerdings auch nicht selten Essensreste entsorgt. Weiter unten lesen Sie, was nicht auf den Kompost gehört.

Das Bild zeigt eine Schubkarre voll mit gesiebter Komposterde, bereit zur Aufbringung in verschiedenen Gartenbereichen

Das Bild zeigt eine Schubkarre voll mit gesiebter Komposterde, bereit zur Aufbringung in verschiedenen Gartenbereichen
Wie lange dauert die Entstehung der Erde aus den Abfällen?
Bis aus den pflanzlichen Abfällen die verrotteten Überreste entstehen, vergeht ca. ein Jahr. Ein weiteres Jahr braucht der Haufen zum Ruhen (nach dem Umschmeissen). Letzte Faul- und Zersetzungsvorgänge kommen dann zur Ruhe. Bei manchen Kompostern ist dann im unteren Bereich das Heraustreten der frischen Erde zu erkennen. Mehr dazu weiter unten.
Wofür eignet sich die neue Erde?
Sobald die Erde fertig ist, stellt sich die Frage, wohin damit? Viele planen schon diverse Pflanzungen im Frühjahr und so wird die Erde dann recht schnell verwendet und aufgebraucht. Die Geister streiten sich darüber, ob Komposterde auf Gemüsebeeten besser nicht verwendet werden sollte. Es hängt wohl davon ab, was auf dem Kompost landet. Von Kartoffelschalen und Tomaten wird gesagt, dass bestimmte Krankheiten der Pflanze später in der Erde weiter transportiert werden. Wer jedoch nur Gras und Gartenlaub kompostiert, kann später die Erde auch unbedenklich für Gemüse- oder Kräuterbeete verwenden. In jedem Fall kann die Erde aus dem Komposter unter Hecken verteilt werden oder zum Auffüllen von Unebenheiten auf dem Rasen oder einfach als Auffrischung der Blumenbeete.
Welche Zuschläge beschleunigen die Kompostierung?
Nach einer Schicht Garten- oder Küchenabfällen kann ein sog. Kompostbeschleuniger aufgestreut werden. Er besteht u.a. aus den getrockneten und pulverisierten Exkrementen von Hühnern und anderem Federvieh. Es muss ausserdem genügend Feuchtigkeit innen im Kompost herrschen, damit der Zersetzungsvorgang ablaufen kann.
Welche Werkzeuge und Geräte sind nützlich zum Umwerfen des Komposts?
Mit einer Schaufel können die oberen Schichten abgetragen werden. Ein Spaten ist geeignet zum Ausstechen der Erde. Für die gröberen Bodenbereiche im unteren Teil des erdigen Komposts kann ein Spaten besser geeignet sein. Beim Umwerfen und zum aufnehmen der unverrotteten Bestandteile wird häufig eine kleinere Heugabel verwendet. Zum Zerkleinern der Abfälle aus dem Garten können Häcksler gute Dienste leisten. Das Gerät nimmt Äste bis ca. 4,5 cm auf. Es gibt sie mit Fräswalzen oder rotierenden Messern. Je nach Budget sind Fräsenhäcksler zwar teurer aber auch robuster.

Das Bild zeigt einen ausgeleerten Komposter

Das Bild zeigt einen ausgeleerten Komposter
Wie wird ein Komposter aufgebaut?
Es gibt sie in kleiner und großer Ausführung, aus Holz oder Kunstoff. Der Komposter sollte ganz allgemein nicht zu klein sein, mit ca. 1qm Volumen lässt sich alles aufnehmen, was Haus und Garten an kompostierbaren Abfällen hergeben. Die Seitenwände sollen Luft durchlassen und das verrottende Material halten. Regen soll in den Haufen eindringen können. Es macht Sinn, zwei Kompostboxen nebeneinander zu platzieren. Im einen Komposter liegt die halb fertige Erde noch ein Jahr, im anderen Komposter werden die täglichen Abfälle gesammelt. Wie zwei Komposter parallel miteinander eingesetzt werden, erfahren Sie weiter unten. Der Vorteil von Holzaufbauten ist, dass sie besser in das Gartenbild passen und individuell gestaltet werden können. Nachteilig ist, dass das Holz nach ca. zwei bis vier Jahren verfault ist, besonders im Bodenbereich. Ein Holzkomposter kann natürlich von innen gegen Verrottung geschützt werden durch entsprechende Verkleidungen. Modelle in kleineren Größen werden auch in Kunstoff angeboten -- meist handelt es sich dann um geschlossene sog. Schnellkomposter. Damit können auch kleinere Mengen Kompost sauber, rel. schnell und geruchsschonend hergestellt werden.

Das Bild zeigt einen Haufen fertiger und gesiebter Erde aus dem Komposter

Das Bild zeigt einen Haufen fertiger und gesiebter Erde aus dem Komposter
Woran erkennt man, wenn die Erde fertig ist?
Nachdem die verrottbaren Bestandteile zersetzt sind nach ca. einem halben bis dreiviertel jahr, liegt der Kompost noch eine Weile. Er ruht also noch, bevor man die Erde entnehmen kann. Je nach Feuchtigkeitsgehalt sind irgendwann Regenwürmer zu finden. Das muss aber nicht so sein, weil durch eingesetzte Kompostbeschleuniger kleine Insekten und eben auch Würmer kein passendes Klima vorfinden und frühzeitig absterben oder den Kompost eine Zeit lang meiden. Schneckeneier überleben den Einsatz von Kompostbeschleunigern meist nicht. Dagegen hat gewiss kein Gartenbesitzer etwas. Später wird die frische und junge Erde wieder mit kleinen Lebewesen bevölkert.

Das Bild zeigt ein grobes Metallsieb auf einer Schubkarre, wobei Steine, Aststücke, Obstkerne und andere grobe Bestandteile ausgefiltert werden

Das Bild zeigt ein grobes Metallsieb auf einer Schubkarre, wobei Steine, Aststücke, Obstkerne und andere grobe Bestandteile ausgefiltert werden
Wie wird die Erde verbrauchsfertig gemacht?
Nachdem der Kompost fertig ist, wird die fertige Erde durch einen Rost geworfen. Dabei bleiben grobe Stücke zurück. Diese können entweder aussortiert werden oder zerkleinert. Auch Steine, Wurzelstücke, Kunstoffreste o.ä. werden vom Rost zurückgehalten. Dananch kann je nach Einsatzzweck die Erde noch weiter bearbeitet werden, indem sie durch ein Sieb mit 1 cm Maschenweite gerüttelt wird. Das Ergebnis ist feine und weitgehend steinfreie Erde.
Wieviel kann man sparen, wenn man Erde aus dem Komposter verwendet?
Wer jedes Frühjahr einige Säcke Pflanz- oder Blumenerde kauft, kann mit dem beständigen Einsatz eines Komposters jedes Jahr einige Schubkarren Erde produzieren. Erstens kann man sich die Schlepperei und zweitens die Kosten sparen (ca. 6 bis 8 Euro für 50 Liter Erde aus dem Blumenmarkt). Wer kompostiert, gewinnt jedoch noch etwas: Die Gewissheit, einen Teil des Mülls umweltfreundlich verwertet zu haben.
Wieviel Zeit braucht die Pflege eines häuslichen Komposters?
Jedes Jahr im Herbst wird der Kompost umgeschmissen. Dabei wird der Inhalt umgedreht und die fertige Erde entnommen. Durch eine geschickte Verteilung von Erde und Kompost zwischen zwei Kompostbehältern nebeneinander hat man jedes Jahr fertige Erde, eine Lagerstätte für ruhenden Kompost (fast fertige Erde) und einen aktiven Kompostbehälter.

Das Bild zeigt die Nahaufnahme eines Siebes mit ausgefilterten Steinen, Aststücken, Obstkernen

Das Bild zeigt die Nahaufnahme eines Siebes mit ausgefilterten Steinen, Aststücken, Obstkernen
Was gehört nicht auf den Kompost?
Obststeine, Äste, Wurzelteile, alte Blumentopfballen (nur zerkleinert), Éierschalen (kompostieren nicht), Zitrusfrüchte, Thujenschnitt, gekochte Reste, Fleischreste (zieht anderes Ungeziefer und Ratten oder Marder an), Teebeutel mit Metallklammer mit Bändchen und bedrucktem Etikett.
Was passiert im Innern des Komposts?
Im innern des Komposts entsteht Wärme durch die chemischen Abläufe während der Zersetzung. Das feucht-warme Klima begünstigt Enstehung und Wachtum von Bakterien. Andere Helfer wie Regenwürmer, Käfer, Fliegen und eine ganze Reihe anderer sehr kleiner Lebewesen helfen, die Pflanzenreste zu zersetzen.
Tiere, die im Kompost leben.
Wer den Kompost völlig naturbelassen aufbaut, wird darin früher oder später eine ganze Menge kleiner Tierchen darin finden. Gut sichtbar sind bei ausreichend Feuchtigkeit die Regenwürmer. Gesehen werden auch Tausendfüssler, Asseln, manchmal hat sich eine Maus ein Zuhause gebaut. Nacktschnecken und andere Schnecken mit Haus machen sich bei feuchtem Wetter über die Küchenreste her. Natürlich legen die auch ihre Eier im Kompost ab. Nach Erfahrungsberichten verschiedener Kompostbetreiber gelingt es, die Schneckeneier heraus zu bekommen, indem man unter die Abfälle Erde mit Kompostbeschleuniger mischt.


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